Es geht ein dunkle Wolk
          Musiken und Texte aus der Zeit des 30-jährigen Krieges

Samstag,
08. Juli,
19:30h   St.-Jodok-Kirche

Abendprogramm





Im Programm sind Volkslieder und Liedflugsschriften aus dem 17. Jahrhundert sowie Werke von Girolamo Frescobaldi, Giovanni Paola Cima, Barbara Strozzi, Fontana und Arne Sanders verarbeitet.
Im Zentrum des Abend »Es geht ein dunkle Wolk´« steht das Tagebuch des Peter Hagendorf, das einzige Zeitdokument des 30­jährigen Krieges aus der Sicht eines Söldners.
Das umfangreiche Tagebuch umfasst einen Zeitraum von 25 Jahren innerhalb dessen der Autor 22.500 km zurücklegt und dabei durch Italien, Deutschland, die Spanischen Niederlande und Frankreich zieht. Nüchtern schildert er Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod und bietet einen anschaulichen Einblick in den Alltag, die Haltung und das Denken eines Söldners der damaligen Zeit. Während in weiten Teilen Mitteleuropas der dreißigjährige Krieg wütet und ganze Landstriche verheert und entvölkert, bleiben manche Gegenden vollkommen verschont.
Die Kunst erlebt in diesen Gebieten eine Hochblüte. Diese kulturellen Spaltung der Gesellschaft zwischen der zerstörerischen Kraft des Krieges einerseits, und der künstlerischen Blüte andererseits widmen sich die Darsteller.
Vom historischen Zusammenhang ausgehend öffnet sich die Perspektive in eine grundsätzlich kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Krieges, der Kriegsberichterstattung und der Entmenschlichung in der kulturellen Entwicklung einer Gesellschaft.  Die Spaltung zeigt sich besonders eindrücklich in  der  Gegenüberstellung  der historischen Kriegsberichterstattung und den ausgewählten musikalischen Werken.
Das Programm setzt sich zusammen aus geistlichen und weltlichen Werken von Schütz, Schein, Strozzi, Frescobaldi, sowie Volksliedern und zeitgenössisch vertonten Liedflugschriften aus der damaligen Zeit.
Die Neuvertonungen der Liedflugschriften auf die ursprünglich zugrunde liegenden Kirchenlieder öffnen den historischen Kontext und offenbaren die Aktualität der Texte
.












Die Musiker










Claudia
van Hasselt,

Mezzosopran







Susanne Fröhlich,

Blockflöte





Claudia van Hasselt studierte an den Musikhochschulen Köln und Hannover. Zu Ihren Lehrern zählten Klesie Kelly, Laura Sarti sowie Verena Rein.
Bereits während ihres Studiums erhielt sie erste Engagements am Stadttheater Hagen, der Mittagsoper Köln, dem Schauspielhaus Hannover sowie dem Expotheater und setzte früh einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit im Bereich der romantischen und zeitgenössischen Musik.
Bei zahlreichen Verpflichtungen in Opernproduktionen und bei Festspielen wie der Ruhrtriennale, den jüdischen Kulturtagen Berlin, der Märzmusik Berlin, am Musée Juif (Paris) im Konzerthaus Berlin oder an der Staatsoper im Schillertheater arbeitete sie u.a. mit Jonathan Stockhammer, Peter Eötvös, Vladimir Jurowski, Manuel Nawri und Titus Engel.


Susanne Fröhlich studierte Blockflöte am Conservatorium van Amsterdam bei P.T. Leenhouts und erhielt 2004 nach dem Konzertdiplom ihr Masterdiplom mit Auszeichnung. Es folgte ein Studium Konzertexamen bei Prof. G. Lünenbürger an der Universität der Künste Berlin, das sie im Juni 2008 ebenfalls mit Auszeichnung abschloss.
Susanne gibt regelmäßig Konzerte und Workshops inner- und außerhalb Europas. Als ehemaliges Gründungsmitglied des Blockflötenquartetts QNG – Quartet New Generation, tritt sie sowohl als Solistin als auch in verschiedenen Formationen, sowie in mehreren Musiktheaterproduktionen auf, u.a. andcompany&Co, Constanza Macras/dorkypark und Opera Lab Berlin. Sie ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe und Stipendien in Berlin, Bonn, Darmstadt, Göttingen, Graz, Krakow, New York und Rotterdam. Seit Sommer 2004 lebt und unterrichtet sie in Berlin und hat einen Lehrauftrag an der Universität der Künste inne.












Daniel Trumbull,

Cembalo







Lotte Greschik,

Regie





Daniel Trumbull, *1991 studierte Cembalo an der UdK Berlin bei Mitzi Meyerson. Er konzertiert regelmäßig mit der Lauttencompagney, La Folia Barockorchester und gastierte in der Komischen Oper, den Thüringer Bachwochen und den Händel Festspielen Halle. Seine Leidenschaft ist es, Konzerte zu gestalten und zu moderieren, die eine intensivere Musikwahrnehmung für das Publikum ermöglichen. Dafür wurde er mit einem Stipendium von Concerto 21 ausgezeichnet und durfte seine Soloabende u.a. im RADIALSYSTEM V in Berlin aufführen. 2015 gewann er die Broadwood Horniman Harpsichord Competition in London. Seit 2016 hat Daniel Trumbull einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.



Lotte Greschik wurde 1978 in Berlin geboren und studierte Musik und Bewegung sowie Musik-pädagogik an der Universität der Künste, Berlin.
Als Musiktheater-Regisseurin verfolgt sie Inszenierungsexperimente mit Opern des Standrad-repertoires. Hierbei spielen Irritationen der Originalpartituren wie drastische Reduzierung der Besetzung, Montage, Aufführungen an ungewöhnlichen Orten eine tragende Rolle, mit dem Ziel ein Neues Hören und Sehen alt bekannter Werke anzuregen. Durch Ihren Stil sollen Bühnenhandlung und Bildsprache Räume schaffen, in denen sich bisher ungehörte, bisweilen schwierig zugängliche Musik entfalten kann und die das Zuhören unterstützen. Bilder, Filme oder Texte werden oft live
mitgesteuert und stehen in permanenter Beziehung zur Musik.































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